17.09.2009
Rücken für alle

Die neueste Postkarte aus dem Hause CityCards von PubliCom, Mannheim, ist im Umlauf:
„Aufrecht“ habe ich die Pastell-Zeichnung genannt und entstanden ist sie aufgrund des Wahlplakats der Linken anlässlich der Bundestagswahl 2009, die „Reichtum für alle“ fordern. Das wird schwierig, habe ich mir überlegt, da stehen die Chancen besser, „Rücken“ unters Volk zu streuen. Ist ja schon längst erfolgreich passiert! Tausende von Bandscheibenschäden sind großzügig im Volk verteilt. Das ist vielleicht nicht fair, aber bedeutend realistischer als das Ziel der Linken. Für „Rücken“ benötigt man auch keine Politik, das geht aufs eigene Konto.
Viel Spaß mit der Karte!
Wer keine in Kneipen und Cafes entdeckt hat, nimmt sie sich bei einer meinen nächsten Ausstellung mit. Da liegen sie aus.
29.08.2009
Helene-Hecht-Preis 2010
Gelegentlich wendet sich die Stadt Mannheim seinen bildenden Künstlern zu. Ganz neu: Der FrauenKulturRat lobt 2010 einen Preis für Künstlerinnen der Metropolregion Rhein-Neckar aus.Ah, da haben wir einige! Da haben wir sogar einige gute Künstlerinnen aus dem Rhein-Neckar-Dreieck, die so gut sind, dass ich mir das Mitmachen sparen könnte. Echte Künstlerinnen sind das, wesentlich echter, leibhaftiger, intensiver und eindringlicher, als ich es bin!
Natürlich - ich mach trotzdem mit! Schon allein aus politischen Gründen! Die Stadt soll erfahren, dass es wichtig ist, was sie vorhat. Sie soll Resonanz erfahren, damit ihr fortwährend und immerdar bewusst wird, dass man nicht nur auf Popakademie und Nationaltheater stolz sein kann! Natürlich mache ich schon allein deshalb mit! Zeichen setzen! Das ist ein wichtiges Signal aus den Reihen der Künstlerinnen.
Aber… was für eine Künstlerin müsste ich denn sein, wenn ich nu auch gewinnen wollte?
Mit welchen Arbeiten stellt man sich vor, damit man gewinnt? Wann war überhaupt meine letzte Ausstellung? Warum habe ich nur 2 Kataloge, wobei einer vergriffen ist? Warum arbeite ich eigentlich nicht unverständlicher und komplexer? Kann man mit einer Mischung aus Wilhelm-Busch-Humor, Magritte-Typografie und lyrischer Dada-Hopper-Stimmung überhaupt einen Blumentopf gewinnen?
Mimi Smith sagt im Kunstforum Nr. 197, S. 153, über sich: „Ich hatte keine Ahnung, was es bedeutet, Künstler zu sein.“
Mimi, ich auch nicht! So richtig weiß ich bis heute nicht, was es bedeutet, eine Künstlerin zu sein. Und schon gar nicht, wie man ist, wenn man Kunstpreise gewinnt.
Natürlich – ich mach trotzdem mit!
rechts: Corinth, L. - Wie schön, dass du geboren bist.
Pastellzeichnung, 30x42 cm, 2009